IGS und Alsterplatz
Epochen

Mit dem neuen Jahrtausend verändert sich das Wohnen grundlegend: Smartphones, Breitbandinternet und digitale Technologien halten Einzug in den Alltag, während Klimaschutz und neue Mobilitätskonzepte Städte und Quartiere prägen. Auch die Ansprüche an Wohnraum wachsen. Service, Komfort und Vernetzung werden wichtiger. Die Nibelungen-Wohnbau-GmbH reagiert mit integrierten Dienstleistungen, digitalen Angeboten, innovativen Quartierslösungen und modernen Wohn­konzepten – ein Kapitel, das Wohnen und Service erstmals eng verzahnt.

Gestern Vermieter,
heute moderner Dienstleister:
die Nibelungen im neuen Jahrtausend

Schöner Wohnen lautete der Titel eines bis heute beliebten Magazins. Jeden Monat erfuhren die Leser­innen und Leser etwas über die neuesten Trends bei Wohnungseinrichtungen und -dekorationen. Urbanes Wohnen, moderner Komfort, originelles Innendesign, mehr Service – die Vorstellungen vom Leben in den eigenen vier Wänden hatten sich verändert. Mieterinnen und Mie­ter fanden in den frühen 2000ern von heute auf morgen eine neue Wohnung. Auch bei der Nibelungen-­Wohnbau-GmbH standen in dieser Phase rund zehn Prozent ihrer ungefähr 8.000 Wohnungen leer. Die Nibe­lungen ging neue Wege bei der Vermarktung ihres Wohnraums und hatte dabei sehr innovative, zum Teil spektakuläre Ideen und Service­angebote. Bei ihren Mieterinnen und Mietern konnte die Nibelungen in den Folgejahren punkten – und warf das Ruder herum.

Im Januar 2001 zog der Verein Köki in die 400 Quadratmeter große historische Zentralwäscherei des Bebelhofs ein.

Trotz des Wandels in der sozialen Wohnungswirtschaft blieb das Engagement der Nibelungen bei inklusiven Projekten – diese hatten bereits in den 1970er-Jahren mit behindertengerechten Wohnungen im Westlichen Ringgebiet begonnen – immer eine Herzens­angelegenheit. KöKi – der Verein zur Förderung körperbehinderter Kinder e. V. im Bebelhof zählt bis heute zu den Vorzeigeprojekten des städtischen Unternehmens. Dem damaligen Nibelungen-Geschäftsführer Rüdiger Warnke ist es zu verdanken, dass im Januar 2001 der Elternselbsthilfeverein in die frühere 400 Quadratmeter große, helle historische Zentralwäscherei des Bauhausgebäudes aus der Zeit der Weimarer Republik einziehen konnten. Zur Verfügung stehen den Kindern dort bis heute modernste Therapie- und Turngeräte, Werkbänke und eine Lehrküche. Finanziell möglich gemacht hatten den Umbau die Nibelungen im 75. Jahr ihres Bestehens, die Aktion „Leser helfen“ der Braunschweiger Zeitung, die „Aktion Mensch“ des ZDF und die niedersächsische Lottostiftung – aber auch viele Handwerker, die zu Gunsten der guten Sachen auf ihren Lohn verzichteten.

Nibelungen-Rabatte:
Von der Wunschküche
bis zum Sportlertarif

2004 warb die Nibelungen zur besseren Vermarktung ihrer Wohnungen mit besonderen Tarifen und ermäßigten Mieten für junge Menschen und Familien. Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende bis 27 Jahre erhielten teilweise sogar einen Rabatt von 25 Prozent auf die Grundmiete. Ein späteres Beispiel: Im Jahr der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland bekamen junge Mieterinnen und Mieter einen zehn­prozentigen Rabatt auf die Kaltmiete, wenn sie Mitglied in einem Braunschweiger Sport­verein und Fitnessclub waren. Das Bestellen einer neuen Küche bei in Braunschweig ansässigen Möbel­häusern, die freie Auswahl bei Türgriffen, Bodenbelägen, Fliesen oder Lichtschaltern, besonders güns­tiges Leasen von Autos bei lokalen Auto­häusern sowie Gutscheine für Wandfarben und Fliesen zählten im Laufe der frühen 2000er zu den Werbeaktionen des städtischen Wohnungsunternehmens.

Im Jahr des WM-Sommermärchens 2006 begann die Nibelungen auch mit einer Großinvestition von rund 12 Millionen Euro in den Wohnungsbestand. Vor allem die rund vier Jahrzehnte zuvor gebaute Weststadt profitierte von der Moderni­sierungsoffensive.

100 Prozent Vertrauen:
Die Mieterinnen und Mieter bestellen den Handwerker

Bei Anruf Handwerker: Die Einführung der Handwerkerselbstbestellung mit dem Jahresbeginn 2006 zählt zu den frühen Service­projekten der Nibelungen. Wer in einer Wohnung des städtischen Unternehmens lebte, konnte ab sofort im Fall einer Repa­ratur in den Bereichen Elektro-, Heizungs-, Sanitärinstallation, Rohrreinigung und Tischlerarbeiten auf eigene Initiative einen Handwerksbetrieb bestellen – dies geschah damals in der Regel per Telefon. Die Nibelungen hatte diesen Service als erstes Wohnungsunternehmen in Braunschweig eingeführt. Handwerkerbestellungen erfolgten ohne vorherige Rücksprache mit dem Vermieter – alles basierte auf gegenseitigem Vertrauen. Die Abrechnung mit den ausführenden Betrieben blieb die Aufgabe des Wohnbauunterneh­mens. Eine Auf­listung der Hand­werksbetriebe, die für die Nibelungen in vier Be­zirken arbeiteten, erschien erstmalig in der Dezemberausgabe 2005 des Kunden­magazins „Niveau“.

Quartiersgeschichten: Kerstin Born

Ein Vorbild sozialer Stadtteilarbeit:
die Gründung des Vereins Stadtteilentwicklung Weststadt e. V.

Die Gründung des Vereins Stadtteilentwicklung Weststadt e. V. durch die Nibelungen, die Baugenossenschaft Wiederauf­bau eG und die Stadt Braunschweig im Jahr 2008 ermöglichte die Durchführung eines außer­gewöhnlichen Projektes lokaler Stadtteilentwicklungsarbeit. Im Oktober 2010 trat die Braunschweiger Baugenossenschaft eG dem einmaligen Sozialprojekt als drittes Unter­nehmen der hiesigen sozialen Wohnungswirtschaft bei. Die Vor­geschichte: Die in den 1960er- und 1970er-Jahren gebaute Weststadt zählt rund 24.000 Ein­wohnerinnen und Einwohner und ist bis heute der fünftgrößte Stadtteil in Deutschland. Nach der Fertigstellung galt die Weststadt-Braunschweig als eine der modernsten Satellitenstädte überhaupt, doch vier Jahrzehnte später fiel die Bewertung sehr häufig ne­gativer aus. Die Haupt­kritikpunkte lauteten: monotone Architektur, heruntergekommene Spielplätze, Einwohnerverluste, viele Kulturkreise, die nicht miteinander in Frieden leben, wenig Freizeiteinrichtungen und fehlende Urbanität. Und nicht zuletzt haftete der Weststadt das Stigma eines sozialen Brennpunk­tes an. Die drei Braunschweiger Wohnungsunternehmen begannen über den Verein Stadtteilentwicklung Weststadt e. V. die Probleme, Defizite, aber auch großen Chancen in der Weststadt zu erkennen und entwickelten Konzepte zur Verbesserung der Situation im Stadtteil. Mittlerweile ist es gelungen, durch dieses Projekt eine bauliche Aufwertung, eine soziale Stabilisierung und eine Belebung des Quartiers durch Unterstützungen und Aktivitäten herbeizuführen. Auch auf Bundes­ebene wurde der Erfolg der hiesigen Stadtteilarbeit gewürdigt: 2012 zeichnete die Industrie- und Handels­kammer Braunschweig den Verein Stadt­teilentwicklung Weststadt e. V. mit dem Sozialtransferpreis aus.

Mit rund 24.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist die Weststadt bis heute der fünftgrößte Stadteil in Deutschland.

Der Verein für die Quartiers­entwicklung betreibt mit der Unterstützung der Nibelungen, Baugenossenschaft Wiederaufbau und der Braunschweiger Baugenossenschaft die drei Treffpunkte in der Saalestraße, Am Queckenberg und in der Pregelstraße. Die Aktivi­täten in den Nachbarschafts­treffs reichen von Kaffee- und Spiele­nachmittagen, Näh-, Computer- und Konversationskursen, Spielkreisen für Kinder, Schachturnieren, Länderabenden, Weihnachtmärkten, Reparaturwerkstätten für Elektro­geräte, Ausflügen bis zur sozialen Beratung und der Organisation der beliebten Stadtteilsommerfeste. 2017 kam mit dem „Haus der Ta­lente“ in der Elbestraße ein vierter Treffpunkt in der Weststadt hinzu.

Stadtteilentwicklung Weststadt

Ein Baustein der Stadtteilentwicklungsarbeit:
Das „Haus der Talente" in der Elbestraße 45

Mein WohnREZEPT 2009:
die À-la-carte-Wohnungen der Nibelungen

Vorher alles von der Stange, jetzt ein Blick in die Speisekarte: Ab 2009 konnten neue Mieterinnen und Mieter vor dem Bezug einer moderni­sierungsbedürftigen Wohnung mitentscheiden, wie sie wohnen wollen. Möglich machte dies das Nibelungen-Projekt „Mein WohnREZEPT“. In drei Musterwohnungen in der Weststadt und im Siegfriedviertel wurden in Showrooms die ver­schie­denen Formen des Wohnstils präsentiert. Fünf verschiedene Bodenbelege für den Flur, Fliesen in unterschied­lichen Formen und Farben, fünf alter­native Schalter und Steckdosen sowie die vier Türdrücker-Modelle Amsterdam, Paris, Tokyo und Victoria standen zur Auswahl – so wurde jede Wohnung ein Unikat. Von der Vertragsunterzeichnung bis zur Schlüsselübergabe für die Wohnung vergingen nur sechs Wochen.

Gesundes Schulfrühstück und Badespaß:
Die Nibelungen unterstützt Braunschweiger Grundschulkinder

Man sollte meinen, dass in Deutschland morgens um sieben die Welt noch in Ordnung ist. Leider nicht überall: Viele Kinder erhalten vor dem morgendlichen Schulstart gar kein oder kein gesundes Frühstück. Dies hat große Folgen für die Lern- und Leistungsfähigkeit der Kinder in der Schule. 2009 unterstützte die Nibelungen erstmalig das Engagement und Projekt des Braunschweigers Jochen Staake „Aktion Gesundes Schulfrühstück“. Ein ganzes Jahr lang erhielten Braunschweiger Grundschulen in der Weststadt, im Westlichen Ringgebiet und im Siegfriedviertel – dort, wo das Geld bei vielen Familien häufig nicht so locker sitzt – zweimal pro Woche gesunde Mahlzeiten. Das Frühstück nahmen­ sie in der Klasse oder auf dem Schulhof ein. Insgesamt wurden 112.000 Frühstücke für 1.400 Schülerinnen und Schüler ausgelie­fert. Die Essenspakete waren gefüllt mit jeweils frischem Vollkornbrot, Obst und einem Getränk. Zusammengetan bei der „Aktion Gesundes Schulfrühstück“ hatten sich die Stiftung von Jochen Staake, die Nibelungen, die Baugenossenschaft Wiederaufbau eG und die EDEKA Minden-Hannover Stiftung. 2010 wurde die „EDEKA Minden-Hannover Stiftung“ mit dem IHK-Sozialtransferpreis ausgezeichnet – die 10.000 Euro Preisgeld flossen wie­der in die soziale Grundschulaktion.

Pack die Badehose ein – und dann ab ins Stadtbad: Dass Grundschülerinnen und Grundschüler der Nibelungen am Herzen liegen, beweist sie seit 2009 auch durch die Schulaktion „Badeparty“, ein Koope­rationsprojekt mit der Wiederaufbau, der BBG, der BSVG, der Stadtbad GmbH und der Stadt Braunschweig. Immer etwa eine Woche vor den Sommerferien können Braunschweiger Grundschulkinder einen halben Tag lang das Stadtbad besuchen und dort ­einen unbeschwerten Tag mit Snacks, Getränken, Eis und Spiel­aktionen verbringen – für viele ­der schönste Schultag des Jahres.

Ein schönes Familienleben im Grünen:
die Sanierung der Wurmbergstraße (Gartenstadt)

Auf den Wunsch nach offenen Grundrissen, komfortablem Wohnraum und dem Leben im Grünen reagierte die Nibelungen immer wieder auch durch kleinere Moder­nisierungsprojekte in ihrem Bestand – und setzte damit besondere Ak­zente. Ab 2011 entstanden durch Umbaumaßnahmen insgesamt 28 neuwertige Mietwohnungen in der Wurmbergstraße 66-75 in der Gartenstadt. Vor allem die ­ 14 geräumigen 4-Zimmer-Maiso­nette-wohnungen (circa 105 Quadratmeter Wohnfläche) mit Terrasse und Garten und die zwei 5,5-Zimmer­wohnungen auf drei Etagen mit je etwa 145 Quadratmetern Wohnfläche sowie Terrasse und Gartenanteil sind beliebte Wohnungen für junge Familien.

28 neuwertige Mietwohnungen entstanden ab 2011 durch Modernisierungsprojekte in der Gartenstadt.

Als ideal geeignet für junge Paare und Singles erweisen sich bis heute die 12 2-Zimmerwohnungen (circa ­ 50 bis 55 Quadratmeter Wohnfläche). Alle Wohnungen, die be­reits nach den ersten Besichtigungs­terminen Mieterinnen und Mieter fanden, verfügen über offene Grundrisse. Die Fassadendämmungen erhielten unterschiedliche Farben, die den Reihenhauscharakter betonen. Die Tempo-30-Zone vor den Haustüren sorgt für eine Verkehrsberuhigung im Quartier.

Bochumer Str 1 Aussen

Der Blick in die Zukunft:
die Forschungswohnungen der Nibelungen

Wohnen in der Zukunft: Die Forschungswohnungen in der Bochumer Straße in Querum

Welche Hilfsmittel werden benötigt, damit ältere Menschen ihre Selbstständigkeit und Auto­nomie in der eigenen Wohnung so lange wie möglich erhalten? Die Nibelungen beschäftigte diese Frage aufgrund des demografi­schen Wandels schon lange und kooperierte 2010 mit dem Peter L. Reichertz Institut für Medizi­nische Informatik der TU Braunschweig beim Projekt „eHealth. Braunschweig“. 2011 ­wurde zu Forschungszwecken in der Halle­straße 54 im Heidberg eine Musterwohnung mit altersgerechten Assis­tenzsystemen eingerichtet. Dazu zählten unter anderem beweg­liche Regale, Sturzerkennungs­sensoren mit einem automatischen Hilferuf, intelligente Leuchtsysteme, Herdwächter und Abschaltsysteme für das Badewasser, die Kaffeemaschine oder das Bügeleisen – wenn die Haustür geschlossen wird.

Forschungswohnungen
der Zukunft in Heidberg und Querum

2016 kamen mit einer Wohnung in der Halberstadtstraße 4 im Heidberg und sechs Appartements in einem Haus in der Bochumer Straße in Querum weitere Forschungswohnungen dazu. Viele der bewährten innovativen Assistenzsysteme aus der Halle­straße fanden auch in der Halberstadtstraße Verwendung, neue Forschungselemente kamen hinzu. Kooperationspartner war auch diesmal das Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik. Als „Probanden“ und zugleich wissen­schaftliche Mitarbeiter zogen Studierende der TU Braunschweig in die „Wohnung der Zu­kunft“ mietfrei ein und halfen auch aktiv bei den Ent­wicklungsarbeiten mit. In der 60 Quadratmeter großen Wohnung ­in der Halberstadtstraße wurden rund 50 Sensoren für Bewegungsmelder an der Decke, neben dem Bett, Wasser­sensoren sowie Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren eingebaut. Die altersgerechte Wohnung der Zukunft könnte zum diagnostischen und therapeutischen Ort werden. Vor allem die Bewegungs­melder lassen Rückschlüsse auf gesundheitliche Probleme und ein verändertes menschliches Ver­halten zu – unter anderem können so De­menz und Altersdepression erkannt werden. In den sechs Wohnungen im Mehrfamilienhaus in der Bochu­mer Straße 1 kooperierte die Nibelungen mit dem braunschweiger TU-Institut für Datentechnik und Kommuni­kationsnetze. Die Wohn­räume wurden mit insgesamt ­600 Kleinst­rechnern ausgestattet, die in Lichtschaltern, Steckdosen und Sensoren für Temperatur, Luftqualität und Feuchtigkeit verbaut wurden. In Querum wurde das Wohnen der Zukunft erforscht – und dies geschah nachhaltig: Die vielen hundert eingebauten Minirechner verbrauchten nicht mehr Strom als eine Zimmerlampe.

Die Nibelungen-App liefert ab:
Das beliebte Wohnungsunternehmen gewinnt den DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft

Zukunftspreis

Als einen kleinen Alleskönner in der Hosentasche beschrieb die Nibelungen ihre erste hauseigene mobile Applikation (App), als sie diese im Dezember 2012 ihren Mieterinnen und Mietern erstmalig vorstellte. Diese konnten ab sofort Schadens- und Reparaturmeldungen per Apple- oder Android-­Smartphone übermitteln, ihre persönliche Kundenberaterin oder ihren Kundenberater suchen und diesen anschließend mit einem „Touch“ per Telefon oder mit einer Textnachricht kontaktieren. Mit einem Fingerdruck konnte der 2006 eingeführte Handwerkerservice oder sogar der Notdienst erreicht und ein Reparaturtermin vereinbart werden.

Von Beginn an war die Nibelungen-­App durch das übersichtliche Menü leicht zu bedienen. Für ihren unkomplizierten Kundenservice mit einer Smartphone-App wurde Nibelungen-Geschäftsführer Rüdiger Warnke im Mai 2013 in Garmisch-Partenkirchen mit dem DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft ausgezeichnet. Die Jury würdigte damit diese Pionierleistung. Prämiert wurden innovative Lösungen zum Thema „Web 2.0 – Digitalisie­rung in der Wohnungs­wirtschaft“.

Bereits 2006 war eine Innovation der ­Nibelungen ausgezeichnet worden: Neue Wohnungsangebote erreichten die Interessentinnen und Interessenten zeittypisch per SMS. Die Nibelungen-App wurde in den Folgejahren technisch immer weiterentwickelt und um Funktionen erweitert; sie blieb aber stets anwenderfreundlich zu bedienen. Sie ermöglichte, Buchungen der Gästewohnungen vorzunehmen, Miet- und Vermieterbescheini­gungen anzu­fordern sowie Fragen zu Heiz- und Betriebskostenab­rechnungen und zu Mietzahlungen sofort zu klären – ­alles über das Display.

Die Nibelungen macht Schule:
der Neubau IGS Wilhelm Bracke

Der Neubau der Integrierten Ge­samtschule Wilhelm Bracke in der Weststadt gehört zu den großen Erfolgsgeschichten der Nibelungen.­ Wohlüberlegt beauftragte die Stadt Braunschweig ihre Tochter­gesellschaft mit dem Bau einer der größten Schulbauten in Niedersachsen. Für die Nibelungen leitete der 2012 gestartete Schulbau eine neue Epoche ein – endlich wieder große Bauprojekte. 1972 war die IGS Wilhelm Bracke in der Weststadt eröffnet worden. Jetzt teilte sie das Schicksal vieler Bauten, die in den 1960er- und 1970er-Jahren errichtet worden waren. Abriss statt Komplettsanierung – ein Neubau war weniger kostenintensiv. Fast 40 Millionen Euro investierte die Kommune in den energie­sparenden Neubau auf 16.000 Quadratmetern nach Passivhausstandard, der lediglich wenige Meter neben dem Altgebäude errichtet wurde. Ein Neubau in Rekordtempo: Lediglich ­20 Monate dauerte die Bauzeit der Schule, die vom Landesverband des Bundes Deutscher Architekten (BDA) ausgezeichnet wurde. Vor allem die Detailvielfalt auf drei Etagen macht die Schule in der Weststadt einzigartig. Für einen positiven ökologischen Fußabdruck sorgt eine Photovoltaikanlage mit einer Fläche von 2.000 Quadratmetern auf dem Dach. Ein innenarchitektonisches Meisterwerk ist auch der holzverkleidete Freizeitbereich in Form eines Schwalben­nestes – als würde er schweben. Und jede Jahrgangsstufe ist eine kleine Schule in der Schule mit einem sogenannten Marktplatz, auf den man aus den einzelnen Klassen­räumen tritt. Vorsichtsmaßnahmen gegen einen möglichen Amoklauf, eine groß­zügige Aula im Eingangs­bereich, Barrierefreiheit, vollauto­matische Rollläden bei Sonnen­einstrahlung, drei Schulhöfe mit Freizeitmöglichkeiten (Kletterwand, Fußballplatz etc.) zeichnen die moderne Schule außerdem aus.

Anfang 2015 zogen die rd. 1.400 Schülerinnen und Schüler sowie 120 Lehrer in das neue Schulgebäude um. Nach dem Abriss der alten IGS Wilhelm Bracke entstand auf dem Grundstück mit dem Quartier „Am Alsterplatz“ ­ein neues Viertel in der Weststadt.

„Am Alsterplatz“:
ein neues, frisches Viertel mit einem perfekten Mix

Mit dem Spatenstich für das neue Weststadtviertel „Am Alsterplatz“ begann 2015 für die Nibelungen eine neue Ära der Großprojekte. Die in den frühen 1970ern eröffnete alte Wilhelm-Bracke-Gesamtschule fiel der Abrissbirne zum Opfer. Auf 30.000 Quadratmetern war jetzt reichlich Raum für Neues. Die Weststadt war in die Jahre gekommen – eine punktuelle Verjüngungskur tat der Weststadt daher gut. In Eigen­regie baute die Nibelungen ein völlig neues, modernes Quartier mit 180 Miet­wohnungen und 36 Eigentums­wohnungen mit außergewöhn­lichen Wohnkonzepten, hohem Komfort und fortschrittlichen Sozialprojekten für Jung und Alt – und kehrte damit zu den Wurzeln zurück. 155 Quadratmeter Fläche messen die größten Wohnungen; bis heute heißbegehrt sind die 5-Zimmer-Penthouse­wohnungen mit einem freien Blick über die rund 24.000 Einwohner­innen und Einwohner zählende Weststadt. Junge und ältere ­Menschen, Paare und Familien, Alleinerziehende und Singles, Menschen mit Beeinträchtigungen und Menschen unterschiedlicher Nationalitäten bilden bis heute einen das Viertel belebenden Mix. Rund 500 Menschen leben seit 2018 in den drei- bis sechsgeschossigen großen Solitärgebäuden und kleinen Hauszeilen.

30.000 Quadratmeter Fläche für das neue Quartier „Am Alsterplatz“ mit 216 modernen Wohnungen

Das moderne Viertel griff gleich­zeitig die ursprünglichen Werte der Gründungszeit der Weststadt auf: Wie die „Kommunikations­inseln“ der 1960er- und 1970er-­Jahre existieren reichlich Grünflächen, Gärten, gemütliche Sitzecken und Spielge­legenheiten für Kinder. Das Quartier bietet ausreichend Einkaufs­möglichkeiten, Arztpraxen, Gastronomie, eine Bank, die Kinder- und Jugendhilfe St. Nikolaus und eine städtische Kindertagesstätte. Mit „Gemeinsames Wohnen am Alsterplatz“ und der von ambet e. V. betreuten „Wohn­pflegegemeinschaft am Alsterplatz“ haben sich im beliebten Quartier ein Mehrgenerationenprojekt sowie eine Alternative zum ­Pflegeheim für Menschen mit ­Unterstützungsbedarf etabliert. Beide Angebote ermöglichen ein selbstbestimmtes Leben.

Wieder Bauen im großen Stil:
die neue Nordstadt und die Lichtwerk-Höfe 1 und 2

„Nördliches Ringgebiet: Jetzt geht’s los“ lautete in der Dezember-­Ausgabe 2015 eine Überschrift im Kundenmagazin der Nibelungen. Es war der Zeitpunkt des Baubeginns für das größte Braunschweiger Wohnbauprojekt seit den 1970er-Jahren. Rund 1.200 Wohnungen entstehen insgesamt ­im Baugebiet Taubenstraße nördlich des frühe­ren Nordbahnhofs und zwischen Siegfriedviertel und Nordstraße. Im ersten Bauabschnitt begann die Nibelungen ab 2016 rund 220 Wohnungen im Quartier „Am Stadtanger“ zu errichten (von insgesamt 500). Nur ein Jahr später startete das städtische Wohnungs­unternehmen mit dem Bau zweier weiterer Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft. Die 174 Mietwoh­nungen in den sogenannten Lichtwerk-Höfen 1 sind 1- bis 5-Zimmer­wohnungen mit Wohnflächen von 41 bis ­167 Quadratmetern, mit großen, boden­tiefen Fensterflächen – gedacht für alle Generationen. 23 Wohneinheiten sind barrierefrei, alle anderen barrierearm.

Lichtwerkhöfe
Die Lichtwerk-Höfe im Nördlichen Ringgebiet

Außer durch modernen Wohnkomfort bestechen die Lichtwerk-Höfe 1 in Zeiten der Klimakrise vor allem durch das innovative ­Mobilitätskonzept – so etwas hatte es bis dahin in Braunschweig nicht gegeben. Im Mobilitätskonzept ent­halten sind im neuen Stadtquartier Bike- und Car-Sharing, Vorrüstungen für E-Mobilität und eine mustergültige Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Lichtwerk-Höfe können mit Rabatten das Bike- und Car-Sharing nutzen – Stellplätze sind direkt im Viertel vorhanden. Gesorgt wurde auch für Fahrrad­häuser, überdachte Stellplätze für E-Fahrräder. Zudem führt das rund um Braunschweig verlaufende Ringgleis für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie für Radfahrerinnen und Radfahrer direkt am Stadtquartier vorbei. Vorteil ÖPNV: Die BSVG-­Buslinie 426 hat eine Haltestelle im Viertel. In der Tiefgarage der Lichtwerk-Höfe können 15 Stellplätze bei Bedarf zu Ladeplätzen für Elektrofahrzeuge ausgebaut werden. Damit wurde bereits bei der Planung die Grund­lage für nachhaltige Mobilität geschaffen. 2019 zogen die ersten Bewohnerinnen­ und Bewohner in den Lichtwerk-Höfen ein.

Im zweiten Bauabschnitt stand öffentlich geförderter Wohnraum im Mittelpunkt. In den Lichtwerk-­Höfen 2 baute die Nibelungen ab 2021 insgesamt 69 moderne und geförderte Wohnungen in zwei Gebäuden inklusive einer Wohn­pflegegemeinschaft mit ambet e. V. sowie zwei Wohngruppen der Lebenshilfe Braunschweig für 8 Menschen mit Beeinträchtigung.

Quartiersgeschichten: Kateryna und Familie

Die Nibelungen macht mobil:
der Ausbau des Mieterservice mit Nibelungen-Bike und Carsharing

Unterwegssein mit dem Gravelbike in der Natur oder mit dem Rennrad auf der Straße erfreuen sich großer Beliebtheit. Doch auch generell machen sich die Menschen immer mehr Gedanken darüber, wie sie mobil sein wollen. Das neue Stadtquartier Nördliches Ringgebiet mit den Lichtwerk-Höfen ist ein Musterbeispiel dafür, wie umweltfreundliche Mobilität aussehen kann. Die Bewohnerinnen und Bewohner des neuen Stadtquartiers nutzen die mietbaren Fahrräder und E-Bikes, das Carsharing und die öffentlichen Verkehrsmittel.

13 neue Carsharing Stellplätze im Jahr 2016

Im Frühjahr 2016 rief die Nibelungen im Rahmen des Ausbaus des Mieterservice ein Carsharing-Projekt mit 13 Stellplätzen ins Leben, unter anderem im Bebelhof, in der Weststadt und im Heidberg – und brachte damit die Mobilität in die Nachbarschaft. Dies geschah in Kooperation mit der Firma BS Carsharing GmbH. Mieterinnen und Mieter der Nibelungen konnten die Autos zu vergünstigten Preisen leihen. Ende 2018 baute die Nibelungen das Carsharing-Programm aus. Mit dem Kooperationspartner Sheepersharing konnte die Anzahl der Mietstationen in Braunschweig fast verdoppelt werden.

Ab Frühjahr 2017 stellte die Nibe­lungen bei einem Pilotprojekt mit dem Titel „Unsere Nachbarschaft“ E-Lastenfahrräder und einen Nach­barschaftsanhänger zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung. Am 1. Juni 2020 startete das Wohnungsunternehmen zusammen mit dem Partner nextbike, dem europäischen Marktführer im Bike-Sharing, das Projekt „Nibelungen-Bike“. An 20 Stand­orten in Braunschweig konnten die Interes­sierten 108 Fahrräder, zwei E-Bikes und sechs Lastenräder leihen – mit Sonder­konditionen für Mieterinnen und Mieter der Nibelungen. Im Sommer 2022 schloss sich der AStA der TU Braunschweig dem Pilotprojekt an und unter neuem Design standen bis zum Jahresende 2022 insgesamt 250 Velos an den Stationen. Die Nibelungen hatte eindrucksvoll bewiesen, dass es in Braunschweig eine große Nach­frage nach Bike-Sharing gibt. Die Stadt, die im Rahmen neuer Verkehrsprojekte die Velorouten in Braunschweig weiter ausbaut, führte das Projekt ab 2025 unter dem Namen VELOLEO fort.

Rund-um-die-Uhr-Service:
das Mieterportal der Nibe­lungen

Der neue Internetauftritt und das neue digitale Mieterportal der Nibelungen im Sommer 2020 waren ein weiterer Meilenstein beim Kundenservice. Die Akzeptanz war schnell da: Innerhalb kurzer Zeit hatten sich bereits über 1.000 Mieterinnen und Mieter im neuen Online-Kundenportal angemeldet. Sieben Jahre zuvor hatte die alte Nibelungen-App wegen der innovativen Lösungen zum Thema „Web 2.0 – Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft“ den DW-Zukunftspreis ­der Immobi­lienwirtschaft gewonnen. Durch das Herunterladen der neuen Mieterportal-App in den Stores und das Anmelden im Mieterportal online auf dem PC, Laptop oder Tablet konnten die Kundinnen und Kunden der Nibelungen erstmalig rund um die Uhr auf das digitale, persönliche Kundenzentrum der Nibelungen zugreifen.

Das Café Zimtschnecke
der Lebenshilfe wertet den Alsterplatz auf

Im August 2021 hatte das Café Zimtschnecke im neuen Weststadtviertel „Am Alsterplatz“ das erste ­ Mal geöffnet. Im Café stehen bis zu 30 Plätze zur Verfügung, im Außenbereich sind es 40. Die Bewohnerinnen und Bewohner des wenige Jahre zuvor eröffneten Stadtquartiers hatten nicht nur wegen des skandinavischen Einschlags der Speisen das neue Café schnell in ihr Herz geschlossen. Betrieben wird es von der Lebenshilfe. Zum Team, welches Frühstück, einen kleinen Mittagstisch sowie Kaffee, Tee, Kuchen und Süßspeisen nach skandinavischen Rezepten anbietet – darunter natürlich auch Zimtschne­cken – gehören Menschen mit Beeinträchtigungen. Es ist ein Musterbeispiel für ein gelungenes inklusives Projekt. Ein Besuch lohnt sich, die Lebensmittel stammen aus der Region, der Bioanteil ist groß und es ist nachhaltig. Der Verpächter ist die Nibelungen, die das Projekt „Café Zimtschnecke“ tatkräftig unterstützt.